Ohne E wie Ehrenamt fehlt uns was: Zum Beispiel tanzen, laufen, springen lernen

Ohne E wie Ehrenamtliche fehlt uns was:
Zum Beispiel tanzen, laufen und springen lernen

Ohne soziales Engagement Anderer hätte ich weder tanzen noch schwimmen noch laufen und springen im Sportverein gelernt. Und ich hätte den Schritt ins Erwachsensein nicht mit einer eindrucksvollen Jugendweihefeier (weltliche Form der Konfirmation) sowie spannenden Jugendstunden erlebt.

Als ich älter wurde, konnte ich etwas davon zurückgeben. Ich habe vier Jahre im Indienclub meines Gymnasiums mitgearbeitet. Wir haben dafür gesorgt, dass Kinder in Indien zur Schule gehen können und Mütter in Nähwerkstätten eigenes Geld verdienen. Spendenläufe, der Verkauf der genähten Taschen, Henna malen, indisches Essen zubereiten – wir haben viel unternommen, um Geld zu sammeln und die Bedürftigen zu unterstützen.
In 4 Wochen starte ich selbst nach Indien, um dort Kinder in Englisch und Kunst zu unterrichten. Gerade absolviere ich ein Praktikum in zwei Schulen, um mich darauf vorzubereiten, denn ich möchte wissen, wie man Kindern Wissen am besten vermittelt.

Ich hatte nicht nur selbst Jugendstunden, sondern betreute auch eine Jugendgruppe im Jugendweiheverband. So habe ich mit ihnen z.B. erforscht, wie die Juden einst in Hamburg lebten und welche Spuren es heute noch gibt, ein Konzentrationslager besucht und erklärt, was in Obst und Gemüse alles drinsteckt.

Als ich die Sendung „Teenie-Mütter“ das erste Mal sah, war ich erschrocken. Denn viele so junge Mütter brauchen sehr viel Unterstützung. Deshalb habe ich im bundesweiten Jugendweihe-Projekt „Wenn Kinder Kinder kriegen“ mitgearbeitet. So haben wir als Jugendliche Aufklärung für Gleichaltrige erarbeitet.

Vor wenigen Wochen bin ich aus Neuseeland zurückgekehrt und habe dort mein Abitur abgelegt. Es war gar nicht so einfach, für mich als Muttersprachlerin, immer Bestnoten in Deutsch zu bekommen. Wie schwer muss das erst für Neuseeländer sein, denn die meisten Schulen haben für die Abitur-Jahrgänge keine Lehrer mehr. Per Fernschule lernen sie eine der schwersten Sprachen der Welt. Ich konnte eine Neuseeländerin dabei unterstützten, die Grammatik zu verstehen und mehr Sprachpraxis zu bekommen. Sie nutzt die deutsche Sprache, um in deutschsprachigen Skigebieten zu trainieren.

Einsatz für Andere gehört bei uns in der Familie dazu: Mein einer Opa engagiert sich als Deichhauptmann, mein anderer Opa zeigt Kindern im Freilichtmuseum wie man Brot bäckt, mein Vater engagiert sich im Verband der Ingenieure, damit sie ihr Wissen austauschen können, meine Mutter war im Elternrat und kümmert sich jetzt um internationalen Jugendaustausch.
Ich helfe aktuell gerade bei Jugend- und Austauschmessen, um anderen Jugendlichen davon zu berichten, wie mutig, abenteuerlich und bildend es ist, den Schritt ins Ausland zu wagen. Damit sie selbst weltoffen durchs Leben gehen und verstehen, dass jeder mit ein wenig Engagement die Welt bunter und vielfältiger machen kann. Denn jeder kann etwas, das er anderen beibringen könnte. Und sei es die eigene Muttersprache.