Reich an Liebe

Engagement heißt, nichts dafür zu erhalten und trotzdem die Dinge so zu tun als würde man dadurch reich werden. Für mich (Katinka,16) sind es die kleinen Gesten, die das Leben so wunderbar machen. Viele Menschen brauchen Hilfe und es macht mich glücklich, wenn ich den Menschen diese geben kann. Was gibt es schöneres als die Dankbarkeit der Menschen, denen die Unterstützung zu Gute kommt? Das Strahlen im Gesicht der Menschen, auch wenn man es manchmal nur in den Augen findet, ist unbezahlbar.
Während meines freiwilligen Sozialpraktikums, welches ich auf einer Förderschule gemacht habe, habe ich viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Es hat mich so glücklich gemacht, den Kindern, welche geistliche sowie körperliche Behinderungen haben, zu helfen. Lernerfolge mit diesen wundervollen Kindern zu erzielen macht unglaublich glücklich, zu wissen, dass sie mit deiner Hilfe zum Beispiel rechnen gelernt haben und bei dem Leid, welches die Kinder ertragen müssen, sie dennoch so glücklich zu sehen ist unbeschreiblich.
So bereitet es mir auch Freude in der Schülervertretung an meiner Schule mitzuarbeiten. Sei es als stellvertretende Schulsprecherin oder nur als freies Mitglied- ganz egal, denn jeder kann schließlich helfen.
Auch als Klassensprecherin habe ich mich viele Jahre für jeden einzelnen Schüler eingesetzt. Egal ob er ungerecht behandelt wurde, sei es von Mitschülern oder von Lehrern oder ob er Mist gebaut hat und sich jemand für ihn einsetzen musste, ich war immer da. Einfach weil ich es in meiner Pflicht gesehen habe und weil es mir wichtig war, dass es meinen Mitschülern gut geht. Für das Wohl der Klassengemeinschaft habe ich mich einfach gerne eingesetzt. Und wie schon erwähnt, die kleinen Dinge, wie zum Beispiel dass jemand den Klassenraum fegen musste und ich es einfach fast immer gemacht habe oder Aufgaben zu übernehmen, die der Klasse zu Gute kommen, die aber keiner freiwillig erledigen will, in solchen Taten sehe ich soziales Engagement und solange ich anderen damit helfen kann, stecke ich auch gerne mal zurück.
Es ist schön mit anzusehen, wie man aus eigener Kraft einen anderen Menschen glücklich machen kann. Deshalb versuche ich auch viel Zeit mit Flüchtlingen zu verbringen. Dies sehe ich allerdings nicht nur als ehrenamtliche Tätigkeit an, sondern mit manchen Flüchtlingen verstehe ich mich so gut, dass ich einfach gerne Zeit mit ihnen verbringe, nicht nur um ihnen zu helfen. Zudem habe ich auch schon Sprachunterricht gegeben und ich tanze mit Kindern welche in einer Notunterkunft untergebracht sind, das heißt ich besuche die Kinder und Jugendlichen einmal pro Woche und ich bringe ihnen Tänze bei und wir haben gemeinsam Spaß.
Auch bei Kinderferienspielen in meiner Gemeinde bin ich gerne dabei um zu helfen wo Hilfe benötigt wird. Ich finde wichtig, dass man erkennt wo Hilfe gebraucht wird und dass man dann einfach die Dinge erledigt, ob es einem Spaß macht oder nicht, aber wichtig ist, dass man sich dann freuen kann, wenn man das Ergebnis sieht und weiß, dass man daran beteiligt ist.
Kleine Zeichen, wie die Menschen denen man begegnet anzulächeln und freundlich "Hallo" zu sagen oder mal eben schnell für andere etwas erledigen oder ihnen helfen, auch wenn man vielleicht selber gerade keine Zeit hat, also sich dabei auch mal selbst in den Hintergrund zu stellen, das macht mich glücklich, weil es schön ist, andere Menschen glücklich zu sehen.
Eigentlich sehe ich das als selbstverständlich an, es gehört zu unseren Normen und Werten freundlich mit den Mitmenschen umzugehen und zu helfen, wo man gebraucht wird und gemeinsam in einer Gesellschaft zu leben, jedoch hat diese Selbstverständlichkeit mit der Zeit abgenommen, da viele in ihrer eigene Welt mit ihrem Smartphone leben. Durch meine bisherigen Erfahrungen, habe ich gelernt die Dinge zu schätzen, die ich habe. Ich helfe anderen Menschen und sie sind dankbar dafür und ich bin dankbar, weil ich die Liebe, welche ich weitergebe, auch zurückbekomme.
Um also auf meine Einleitung zurückzukommen -man wird reich, reich an Zuversicht, Dankbarkeit, Erfahrung und reich an Liebe. Und das ist es, warum ich mich sozial engagiere und warum ich die Dinge mit viel Mühe, Anstrengung und Freude mache.